Scheinfasten

Was ist Scheinfasten?

Scheinfasten

Scheinfasten (auch imitierendes Fasten genannt) ist eine sanftere Art des Fastens, sozusagen eine Art vegane Kurzzeit-Diät, die dem Körper das Fasten vortäuscht, so dass er in den Fastenstoffwechsel schaltet, in dem die Fettverbrennung angekurbelt wird. Das bedeutet, man profitiert trotz Essen vom Fasteneffekt, was langfristig den Stoffwechsel trainiert und zur Gewichtsreduzierung führt. Ebenso profitiert man von der „Autophagie“, dem körpereigenen Recycling und Anti-Aging Effekt, der beim Fasten eintritt. Dazu benötigt man eine ausgeklügelte Nährstoffzusammensetzung der Mahlzeiten.

Beim Scheinfasten braucht man nicht unbedingt eine Darmreinigung machen, aber um langfristig vom Scheinfasten profitieren zu können, sollte man es regelmäßig machen, 3 oder 4mal im Jahr wäre ideal, 2mal pro Jahr wären ein Minimum, um einen gesundheitlichen Effekt zu haben. Stark übergewichtige Personen können es z.B.  einmal im Monat durchführen. Die Fastenwoche umfasst insgesamt 5 Tage:

Tag 1: Entlastungstag mit 1100kcal:
500kcal aus stärkearmen Kohlenhydraten
500kcal aus gesunden Fetten
100kcal aus pflanzlichen Proteinen

Tag 2 bis 5: Scheinfastentage mit ca. 750kcal – 800kcal
370kcal aus stärkearmen Kohlenhydraten
370kcal aus gesunden Fetten
60-65kcal aus pflanzlichen Proteinen

Übergangstag: Maximal 1800kcal und noch kein Fleisch, Käse, Fisch oder Milch

Zusätzlich ausreichend trinken.

Es macht Sinn, dass man 2 Tage vorher schon langsam seine Kalorienmenge reduziert, um nicht zu viel Hunger zu bekommen. Man kann auch schon mit Intervallfasten experimentieren, damit die Fastenzeit einfacher wird. Personen, die nicht an Intervallfasen oder lange Essenspausen gewöhnt sind, könnten anfänglich ein Hungergefühl haben. Je häufiger man die Fastenwoche durchführt, desto routinierter wird man und desto besser fühlt man sich beim Fasten.

Welche Vorteile bringt das regelmäßige Scheinfasten laut Valter Longo (Professor für Bio-Gerontologie und Zellbiologe und Direktor des Longevity Institute an der University of Southern California – Erfinder des Scheinfastens)?

(Quelle: „Scheinfasten“ von Bernhard Hobelsberger und Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk)

  • Reduzierung des Bauchumfangs
  • Reduzierung von Körperfett
  • Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerte normalisieren sich
  • Muskelmasse nimmt zu
  • Reduktion des Tumorrisikos

Bisher in Tierstudien belegt:

  • Lern- und Merkfähigkeit verbessern sich
  • Hautentzündungen gehen zurück
  • Abwehrzellen des Immunsystems verjüngen sich
  • Motorische Koordination steigt
  • Altersbedingter Knochendichteverlust wird reduziert
  • Zahl der Krebserkrankungen sank um 50%
  • Lebensdauer erhöht sich um bis zu 18%

Besonders gute Lebensmittel während der Fastenzeit sind: Avocados, Beeren, Brokkoli, Blumenkohl, Pilze, Oliven, Nüsse, Kokosfett. Daraus kann man durchaus leckere und kalorienarme Gerichte für die Fastenzeit zubereiten.